Dienstag, 15. Februar 2011

Fortsetzung 2

Die nächste Inkarnation, die ich in loser Reihenfolge auswähle, war nicht mehr so unkompliziert wie die vorhergehende. Meine Gedanken und Vorstellungen lassen mich diese Inkarnation im Alter von vierzehn Jahren erleben. Ich wusste schon was es hiess wenn man seinen Vater im sogenannten Krieg verliert. Ja, das Wort Krieg war in dieser Inkarnation schon aus dem Urgrund erschienen. Es war noch sehr neu und noch nicht so furchterregend mit Emotionen geladen wie im zwanzigsten Jahrhundert. Ich war ein schlaues Kerlchen und ein guter Beobachter. In der damaligen Zeit gab es noch kein Geldsystem. Und Grund und Boden gab es unübersichtlich viel. Dies waren also keine Streitobjekte für meine Mitmenschen. Auch Langweile war kein Grund für tödliche Kriegsspiele. Es waren Machtansprüche die den Krieg provozierten.

Während früher die Frauen durch ihre bevorzugte göttliche Intelligenz ohne grosse Streitereien dem Fussvolk den Weg zeigten, bevorzugten die jetzigen Herrensöhne den alleinigen Machtanspruch. Führer, die den materiell angelegten menschlichen Verstand bevorzugten, setzten mit Gewalt ihren Anspruch auf einen Führungsposten durch. Die Diktatur hat in der materiellen Ebene Einzug gefunden und unterschied sich in nichts von den heutigen Diktaturen. Die Führer suchten sich Mitstreiter und die Politik war geboren und entwickelte sich zu den heutigen Auswüchsen. Demokratie mit eingeschlossen. Das Leben wurde ab jetzt so langsam ungeniessbar. Und damit will ich diese lieblose Inkarnation angewidert verlassen.

Vom Regen in die Traufe. Dies kann man in meiner jetzt empfundenen Inkarnation voll behaupten. Die Machtmenschen gierten nach sogenanntem Luxus. Sie wollten sich von dem allgemeinen Pöbel abheben. Sie wurden sesshaft und mit ihnen die zugehörige und hörige Sippschaft. Bald waren die essbaren Pflanzen und Früchte in der nächsten Umgebung vertilgt. Aus Hunger wurden zuerst kleine Tiere und dann immer grössere Tiere getötet und herunter geschlungen. Es war die pure Not die zu diesem Verzehr zwang. Denn Genuss war noch nicht bei diesem Fleischverzehr vorhanden. Ja, die Meisten ekelten sich instinktiv vor dieser blutigen Mahlzeit. In dieser, meiner jetzigen Inkarnation, kannte man nicht das erhitzen von Fleisch um es schmackhafter und ansehnlicher zu machen. Schnell verlasse ich diese Inkarnation. Sie war für mich wenig appetitlich.

Es waren viele Jahrhunderte und etliche Inkarnationen vergangen und ich darf jetzt die folgende Inkarnation beschreiben. Eine gewaltige Veränderung hat sich in der menschlichen Entwicklung ergeben. Ich war jetzt in meinem zwanzigsten Sonnenjahr angelangt. Ich war gewitzt und besass eine feinfühlende Schläue durch die vielen vorhergegangenen Inkarnationen die unbewusst in mir wirkten. Ich wurde damals schon mit Intuitionen und gesundem Menschenverstand gesegnet und wusste, und verspürte vor allen Dingen, dass etwas mit der menschlichen Gesellschaft gewaltig schieflief. es waren keine Pflanzen und keine Früchte und vor allem keine wilden Tiere mehr in der Umgebung der menschlichen Ansammlungen vorzufinden. Die mühelose bisherige Nahrungsversorgung von der Hand in den Mund klappte nicht mehr. Den Spruch in der Bibel, dass man im Schweisse seines Angesichts sein Brot verdienen müsste ist Realität geworden. Lange bevor diese Erkenntnis in diesem heiligen Buche erwähnt wurde. Es war kein Gott der uns bestrafte, sondern unsere eigene Ignoranz und der durch Machtansprüche in die materielle Welt gezogene Egoismus und die daraus resultierende Gier.

Jetzt kam eine dritte Spezies Mensch ins Spiel. Ausser dem Führer und seinen Anhängern zusätzlich der Knecht. Der geknechtete Mensch. Und als Folge davon der erniedrigte Mensch. Es gab also jetzt drei Stufen in der menschlichen Hyrarchie. Als erstes der Führer, der sich manchmal auch als göttlich angehauchte Erscheinung ausgab. Als zweite Stufe den Bürger der als Handlanger und speichelleckende Kreatur dem Führer zu arbeitete. Und als dritte Stufe den erwähnten Knecht oder Sklaven. Aus diesen drei Stufen entwickelte sich das heutige hyrarchische System. Man nennt es auch Pyramidensystem.

Im Grunde hat sich nichts geändert. Zu dem Führer brauche ich nichts weiter erwähnen. Dies sind heute die Leute die sich den anderen überlegen fühlen. Egal was sie für eine Position ausführen. Ob König oder Bordellbesitzer. Die zweite grosse Masse Mensch sind heute zum Beispiel die Beamten. Die höheren Angestellten. Die Soldaten. Die meisten Politiker. Ich könnte noch viele weitere menschliche Abartigkeiten erwähnen. Aber lassen wir das. Die dritte Stufe sind heute die Mitläufer. Die Fliessbandarbeiter. Die Lohnempfänger undsoweiter undsofort. Schlupflöcher wie das Priestertum, das Dienstleistungsgewerbe usw. möchte ich hier nicht aufführen. Sie würden alles nur noch komplizierter machen. Dieses Buch soll ja keine Doktorarbeit abgeben. Diese Hyrarchie ist auch bei den verschiedenen Religionen und bei den mafiösen Strukturen zu erkennen. In meiner damaligen Inkarnation erkannte ich, dass der Anfang vom Ende der menschlichen Freiheit eingeläutet wurde. Traurig verlasse ich diese Inkarnation.

Fortsetzung folgt!

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