Donnerstag, 28. April 2011

Fortsetzung 18

Um eine zünftige Revolution anzuzetteln brauchte ich Geld. Eine Menge Geld. Denn es galt Kanonenfutter zu schmieren. Schön einzuölen und einzuseifen. Denn ich und Drecksarbeit? Das kommt wohl nicht in Frage! Und so bekam ich die Bekanntschaft mit einem Haus wo eine rote Laterne über der Türe hing. Und darin sass  der wahrscheinlich reichste Mann der Welt. Das war nur wenigen Menschen der Welt bekannt. Denn als reichster Mann der Welt wurde im Verhältnis zu wahren reichen Positionen gesehen ein armer Schlucker als Vernebelung vorgestellt. Ein Stahlmagnat der nur lausige 400 Millionen Golddukaten vorweisen konnte.

Ich betrat also die schmucke Hütte und es empfing mich eine eisige Kälte. Der Palast wurde künstlich auf 10 Grad plus heruntergekühlt. Warum nicht gleich auf Minus? Man hörte keinen Pips und nicht einmal die Türen quitschten. Was eigentlich in solchen Gemäuern normal sein sollte. Dann durfte ich in das Büro treten. Alles in schwarz mit Goldumrandungen gehalten. Ein Sarg könnte nicht schöner sein. Am Ende des Zimmer war ein Podium und darauf war ein langer Schreibtisch und dahinter ein schwarzlederner Schaukelstuhl. Und der Typ auf dem Schaukelstuhl schaukelte darin mit einer schwarzen Katze auf seinem Schoss die er lässig streichelte. Vor dem Podium war ein hölzener, natürlich auch schwarz angestrichener spanischer Holzstuhl aufgestellt. Kleine Sitzfläche ohne Polster. Lange kerzengerade hochragende und schlanke Rückenlehne. Ich durfte darauf platz nehmen und ich muss sagen, dass sich ein normaler Mensch darauf wie ein Angeklagter vorgekommen wäre. Während der buckelige Mensch mir gegenüber genüsslich an einer Zitronenhälfte saugte.

Ich musste meinen Kopf nach oben recken, während der bucklige Krösus auf mich wie eine niederträchtige Spinne starrte. Mit den gleichen ausdruckslosen Augen und den gleichen spindeldürren Gliedmassen. Wenn ich nicht so abgebrüht wäre hatte ich wirklich den Arsch eingezogen und keinen Mucks gemacht. Aber ich war gar nicht beeindruckt sondern spielte meine Rolle als ehrfuchtvolles und um Gnade winselndes Nichts perfekt. Ich wusste, diese Spinne war gefährlich. Er konnte sich alles kaufen. Sogar die Seelen von Politikern. Aber ich war kein Politiker. Ich war ein Ganove. Und ich habe das Schauspielern und das Lügen von der Pike auf gelernt, während mein Gegenüber nie Lügen musste sondern nur den Daumen hoch oder herunterzustrecken brauchte. Dieser Mann strahlte keine Macht aus wie begabte Politiker sondern Kälte. Eisige Kälte. Und ich glaube, dass man seinen Palast nicht einmal herunterkühlen musste um die Temperaturen zu halten.

Dieser Mann wusste natürlich über mich bescheid. Er hat überall seine Agenten die herumspionierten. Besonders bei der politischen Kaste. Denn die waren nur seine Marionetten und wenn einer ausscherte starb er meistens einen "natürlichen Tod". Aber er kannte nur die Schale des Zwetschgen ähhh, entschuldigung, des Pudels. Mein  Innerstes, den Kern, kannte er nicht. Und das war ein grosses Mango für ihn. Denn ich heuchelte Unterwürfigkeit. Aber ich sollte noch die Methoden dieses Satansbraten kennenlernen und die waren sehr gut gestrickt. Er konnte sich alle Intelligenz des Planeten kaufen. Denn der wo da oben auf mich niederblickte war genau genommen an Lebenserfahrung ein armes Würstchen für mich. Ein Theoretiker. Ein Kaufmann der sich nur von Zahlen beeindrucken liess. Anstatt des Bleistifts benützte er den Daumen. Nach oben, leben lassen. Nach unten, abhalftern. Anstatt durchzustreichen machte er mit dem Zeigefinger eine unmissverstänliche Bewegung über die Gurgel. Überhaupt sprach er nicht viel sondern redete viel mit den Händen. Ich kannte natürlich diese Zeichen denn die Freimaurer benützten sie. Ich war ja auch ein Klubmitglied bei denen. Denn sonst könnte man eine Karriere als Politiker vergessen. Aber Hochgradfreimauerer war ich noch nicht. Ausserdem gefiel mir dieser kindische Verein gar nicht. Zuviel Mummpitz. Zuviel altertümliche Schau. Damit konnten sie vielleicht meine Putzfrau beeindrucken. Aber mich nicht.

Fortsetzung folgt!

Donnerstag, 21. April 2011

Fortsetzung 17

Nun war ich also Vorsitzender einer dekadenten Partei mit dekadenten, vollgefressenen Krachern. Das machte mich nicht gerade zufrieden und noch weniger glücklich. Denn der Job langweilte mich. Als Stellvertreter habe ich die ganze Drecksarbeit für den Dicken geleistet der jetzt eine glänzende und übergut bezahlte Karriere als Vorzeigeschild für einen Lebensmittelkonzern abriss. Aber als Vorsitzender sass ich hauptsächlich und musste mühsam meinen Schlaf unterdrücken. Ich überschlug einmal was ich überhaupt noch realistisch erreichen konnte. Also, Reichskanzler unter der jetzigen Monarchie. König konnte ich  aus früher erwähnten Gründen nicht werden. Dies interessierte mich aber sowieso nicht. Denn das war ein Abstellgleis für selbstverliebte Possenreisser. Eine Revolution anzuzetteln um Diktator zu werden schien mir noch das geeignetste um mein Ego in Stimmung zu bringen. Also, Fahnen hoch für eine Revolution!

Natürlich wusste ich, dass man eine Revolution nur mit Geld lenken und auch erfolgreich ausführen kann. Um die Bevölkerung mit meinem Quasseln besoffen zu machen fehlt es mir inzwischen nicht an Talent. Ich habe mir einen Zwiebelbart an meinem Kinn wachsen lassen. So sah ich zünftiger für einen Revoluzzer aus. Mein neuer Haarschnitt ähnelte dem von Napoleon. Das weckte sicher unterschwellige Sehnsüchte nach Rabatz in den luftgefüllten Hirnen.  In die Backen stopfte ich Watteknäuel um mein Gesicht breiter und markanter zu machen. Dies blieb allerdings mein Geheimnis. Das ich nicht einmal meiner neuen Geliebten offenbarte. Diese Dame von Welt, die ich aus den schummrigen rotbeleuchteten Spelunken der Altstadt herausgezogen hatte, war das richtige Luder für mich.

 Diese dumme Gans, (oder war sie doch schlauer als ich annahm?) konnte hervorragend schauspielern und vor allem lügen, dass sich die Balken bogen. Und sie wurde nicht einmal rot dabei. Natürlich habe ich ihr auf Grund meiner Beziehungen ein Adelsprädikat verpassen lassen. Frau Baronin von und zu klingt doch ein bisschen besser als Marie Müller von der roten Spelunke. Und so traten wir in der Öffentlichkeit auf. Meine bezaubernde Baronesse von und zu und ich mit der Rechten, und wenn ich wütend war mit der Linken Hand im Hemdenschlitz auf einem Knopf abgestützt. Fast wie Napoleon, nur zeitgemäss etwas lässiger. Warum ich die Hände austauschte bei emotional geladenen Situationen ist einfach erklärt. Ich bin Rechtshänder und teilte die Backpfeifen natürlich bevorzugt mit diesem bemerkenswerten Beruhigungsmittel aus. Ja, ich konnte sehr unfein werden und sehr jähzornig. Ich war gefürchtet! Ein wichtiges Requisit um als Diktator ernst genommen zu werden.

Fortsetzung folgt!

Montag, 18. April 2011

Fortsetzung 16

Frisch und munter wachte ich auf. Diese Schlappe hatte mich nur kurz umgeworfen. Aber jetzt ist in mir wieder der Ehrgeiz erwacht. Ich und aufgeben? Niiie! Wie gewöhnlich blieb ich noch so zehn Minuten nachsinnend im Bett. Denn da kommen die Intuitonen durch die ich am Vorabend bestellt hatte. Oh ja, ich hatte eine gewaltige Intuitionspotenz. Nur mit dem Gewissen hapert es etwas. Aber dafür wog das mein Instinkt auf. Meinen Jagdinstinkt wohlbemerkt.

Ich suchte also einen Bekannten auf der mir noch ein Gefallen schuldig ist. So eine Art Ratte. Aber durchaus brauchbar für meine dunklen Pläne. Den setzte ich auf die Fersen des Dicken der nun immer mehr eine sportliche Figur bekam. Was nicht unbedingt ein Nachteil für meine Pläne war. Denn seine Potenz als Zuchtbulle würde das unbedingt steigern. Und siehe da. Als ich mich mit Fred, in meinem Innern Ratte genannt,  in einer schummrigen Kneipe in einem verkommenen Viertel traf, troff Honig von seinen Lippen und ich saugte ihn förmlich auf. Ich habe mich nicht in diesem Kerl getäuscht, denn seine Ausforschungen über das Privatleben von dem jetzt Halbdicken legte einen  Haken frei an dem ich mich anhängen konnte.

Der Halbdicke traf sich regelmässig mit der Frau von seinem Sekretär just in dessen Büro. Ich gab der Ratte einen Schein und liess sie trollen. Ich bestellte mir noch einen Magenbitter nachdem sich die Ratte verzogen hatte und lauschte in mich hinein. Jetzt heisst es eine Gelegenheit auszubaldowern um diese beiden, den jetzt Halbdicken und die Frau seines Sekretärs inflagranti zu filmen. Und das nahm ich selber in die Hand. Denn der halbdicke Parteivorsitzende darf ruhig wissen wer ihn bedroht oder besser gesagt erpresst. Denn ein Angsthase bin ich nicht. Ich kann meinem Gegner durchaus in die Augen schauen. Etwa so wie eine Kobra ihr Opfer anstarrt.

Muss ich noch mehr beichten? Nein, denn diesmal klappte mein Plan vorzüglich. Ich hatte einen so scharfes Argument in der Hand, dass fast die Videokamera zerschmolz mit der ich die pikanten Szenen gefilmt hatte. Das halbdicke Schwein gab auf und bei der nächsten Wahl liess er sich nicht mehr aufstellen. Gut, eigentlich hatte ich ihm ja nicht geschadet. Denn die Privatindustrie nahm ihn mit offenen Armen auf. Ein so verlogenes Subjekt und talentierter Schauspieler bekommt man nicht alle Tage. Ich selbst wurde einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Das gelang mir wie immer mit schmieren, auch bestechen genannt, und natürlich meiner ausgezeichneter Methode um meine Widersacher gefügig zu machen. Denn jeder Mensch hat einen Schwachpunkt. Einen dunklen Fleck auf der weissen Weste. Dies machte es mir leicht zu gewinnen. Denn ich muss wohl nicht mehr erwähnen, dass ich mich so langsam im Politikwettbewerb perfektionierte.

Skrupel, ja was ist das überhaupt? Und der liebe Gott steht meistens auf meiner Seite obwohl ich ihn überhaupt nicht kannte. Denn ich bin ganz einfach im Recht. Mein Erfolg zeigte dies überdeutlich. Denn Erfolg ist das beste Argument und wie er zustande kam interessierte hinterher keinen. Weil sich die Meisten an den Erfolgreichen wie Efeu klammern und ihnen die Stiefel blank leckten. Und dadurch alle unfeinen Dinge überwuchert und gereinigt werden.  Nochmals, gibt es denn ein besseres Argument als ERFOLG!


Fortsetzung folgt!

Sonntag, 17. April 2011

Fortsetzung 15

Stöhnend und schnaubend kam der Dicke zurück und liess sich auf seinen Sitz fallen. Ich hatte schon Sorgen, dass der Stuhl unter seinem Hinterteil zusammenkrachen würde. Aber Gott hatte ein Nachsehen und der Stuhl blieb unversehrt. Nun gut, ich habe ja keine Ahnung von Gott. Dann  machte sich das Vieh an sein Futter. Er schob es in Riesenhappen in sein Maul das wahrlich einem ausgewachsenen Rindvieh alle Ehre gemacht hätte. Mit dem einen Unterschied, er kaute den Frass nicht sondern schlang ihn wie ein Haifisch herunter. Das kam natürlich meinem Plan entgegen, denn ich war mir nicht sicher ob der Pilz nicht doch ein verräterisches Geschmäckchen hinterlassen würde. Meine Sorge verflog so wie der Fliegenpilz im Schlund meines Opfers verschwand.

Nun, ich wusste natürlich nicht wie das Zeug wirkte. Es soll ja ein starkes Gift sein. Aber sicher würde es im Verein mit dem Fisch noch etwas dauern bis es seine für mich wohltuende Wirkung tat. Der Fette rülpste und die Runde erhob sich. Erst am nächsten Freitag sollte wieder ein Treffpunkt stattfinden. Ich hoffte also, dass dann der Stuhl neben mir frei bleiben würde. Inzwischen musste ich mich halt still und unverdächtig verhalten.

Es kam der nächste Freitag und ich platzte fast schon vor Spannung was mich erwartete. Denn man hörte so gar nichts ungewöhnliches. Dies machte mich natürlich etwas stutzig. Ich nahm also nach aussen hin ruhig und artig meinen Platz ein. Wie immer war ich etwas früher als mein hoffentlich verblichener Vorsitzender angekommen. Gott sei seiner Seele gnädig! Mich haute es fast vom Hocker als der Dicke auftauchte. Fast mit elastischen Schritten kam er an seinen Platz herangetänzelt. Und oh, welch Schreck! Sein Gesicht war rosig und gesund und etwas abgemagert scheint er auch zu sein. Was ich in Verkennung der Sachlage falsch interpretierte. Denn ich nahm ein verstecktes Leiden an das an seinem Körper zehrte. Aber nein, das Aas fühlte sich quicklebendig. Von Leiden keine Spur. Er riss auch keine dreckigen Witze mehr sondern einfühlsame und Damengeeignete Spässchen. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Wie gewöhnlich wurde der Freitagsfisch serviert. Mir war der Apetitt vergangen. Aber mein Vorsitzender entwickelte einen umso kräftigeren. Er stand nicht einmal auf nach den ersten Happen und man hörte an seinem Grunzen, dass es ihm vorzüglich schmeckte. An diesem Abend war ich einsilbig und verliess diese Runde frühzeitig. Anstatt mein Nebensitzer fühlte ich mich krank. Seeehr krank!

Daheim angekommen sammelte ich mich wieder so langsam. Mein scharfer Verstand meldete sich zurück. Anstatt der Fliegenpilz den Dicken flachgelegt hat ist er gesundet. Oh mein Gott, wie ungerecht ist die Welt. Aber jetzt kam ich schnell darüber hinweg und ich sinnte und grübelte. Und als es nichts brachte stand ich mitten in der Nacht auf und durchlief die stillen Gassen. Nur unterbrochen vom Hundegekläffe. Instinktiv  näherte ich mich dem Lärm und sah vergnügt zu wie die Köter rauften. Um was sie sich balgten
sah ich in der Dunkelheit nicht. Auf jeden Fall um keinen Fliegenpilz. Es war für mich die reinste Meditation. Viel wirksamer als die sogenannte östliche Variante in der man sich verrenken muss. Nicht gerade mein Geschmack. Aber lassen wir das. Ich fühlte mich nach dieser Meditation besser. Und diesmal wurden sogar zwei Hunde blutig gebissen. Wenn das kein himmlisches Zeichen ist?

Daheim angekommen schmiss ich mich aufgemuntert ins Bett. Denn nach dieser grossartigen Meditation bekam ich sicher sehr gute Eingebungen vor dem Einschlafen. Und ja, sie kamen. Aber diesmal nicht mörderisch. Oh nein, ich hatte meine Lektion gelernt. Diesmal würde ich es auf die liederliche Art ausbaldowern. Und da lag natürlich am Nächsten mich etwas mit dem Privatleben des Dicken zu beschäftigen. Saufen tat er ja, aber wer soff nicht von den verlogenen Politikern. Ich allerdings wusste mich zu beherrschen und füllte so manchen Blumentopf mit den alkoholhaltigen Getränken. Schliesslich war ich ja Spezialist in Sachen Alkohol. Erstens wurde ich in eine Schnapsbrennerfamilie hineingeboren und zweitens, was ich natürlich nicht bewusst weiss aber in mir wirkte, hatte ich mit Suchtmitteln schon in so einigen meiner Inkarnationen zu tun gehabt. Ich war also kein Weisenknabe in diesen Dingen mehr.

Aber Weibergeschichten haben schon so manchen Politiker das Genick gebrochen. Oder wenigsten erpressbar gemacht. Und da werde ich einhaken. Gute Nacht also. Bis morgen ist der Plan ausgereift und ich musste ihn nur noch durch meine Intuitionen abrufen. Gottseidank sind Intuitionen wertelos. Sie lieferten alles, von Giftrezepten bis zu hübschen Intrigien. Und wenn es sein muss sogar vollkommen neue Ideen. Warten wir es also ab. Zufrieden mit mir selber schlief ich ein und träumte den Traum eines Gerechten.


Fortsetzung folgt!

Donnerstag, 14. April 2011

Fortsetzung 14

Daheim angekommen packte ich meine Beute aus. Den schon gilb anlaufenden Fliegenpilz. Aber das Ding brauchte ja nicht ansehnlich zu sein. Es hatte ja nur die Aufgabe im verborgenen in den Schlund meines Feindes zu wabern. Also trocknete ich den Pilz und reibte ihn zu Pulver. Jetzt heisst es nur noch eine Gelegenheit zu finden um das Pulver in sein Essen zu streuen. Denn in einem Getränk würde das hässliche, braunschwarz gefärbte Pulver auffallen. Und eine Gelegenheit dazu brauchte nicht lange auf sich warten zu lassen, denn Politiker schwatzen gerne und oft bei irgendeinem Italiener. Eben einer gehobenen Speisegaststätte.

Da ich stellvertretender Vorsitzender war hatte ich natürlich meinen Sitz neben dem Vorsitzenden. Der riss  noch ein paar schweinische Witze bevor aufgedeckt wurde. Es war ein Freitag und es gab ein stinkendes Fischgericht. Geradezu ideal für meinen edlen Plan. Denn dieser Dinosaurier von einem Vorsitzenden ist wirklich unbeweglich geworden und es fehlte ein neuer Wind in der Partei. Und der war natürlich ich! Der Vorsitzende erhob seinen fetten Wanst um ein Geschäft zu verrichten, kaum dass er sich an den Fisch herangemacht hatte. Der Magen! Ich kannte natürlich seine Schwäche und seine Gewohnheiten und habe damit gerechnet. Dies gab mir Gelegenheit mich an mein kunstvoll eingefädeltes Werk zu machen.

Zuerst musste ich ein Ablenkungsmanöver veranstalten. Ja, ich habe an alles gedacht. Denn keiner darf bemerken, dass ich den Fisch vom Vorsitzenden mit dem kostbaren Stoff, genannt Fliegenpilzgift, einpudere. Ich stiess mit meinen gelackten Schuhen zuerst dem links gegenüber Sitzendem heftig ins Schienbein und gleich danach dem rechts gegenüber Sitzenden. Das machte ich natürlich so geschickt, dass  mein Oberkörper dabei zur Salzsäule erstarrte. Das heisst, ich hielt ihn mit äusserster Körperbeherrschung ruhig. Und dabei verzog ich selbstverständlich keine Miene. Nicht einmal einen verdächtigen Lidschlag liess ich zu.

Das Ergebnis: Zuerst schauten beide etwas verdutzt aus der Wäsche. Dann blickten sie sich erbost an. Und dann kam das unvermeidliche Angiften. Sehr passend, dieses Wort am letzten Satzende für mein Kunstwerk. Jetzt glotzten alle auf die Störensfriede und ich kam ungestört und vor allem unbeobachtet zum Finale. Ich mischte den Pilz unter das Futter des Dickwanstes von einem Vorsitzenden. Da bin ich doch wirklich ein prächtigeres Exemplar von einem Vorsitzenden. Jung, spritzig, schlagfertig und und ungeheuer listig. Um den alten Stinker war es wirklich nicht zu schade. Ich erlöste ihn und auch die Allgemeinheit nur von seinem hässlichen Anblick. Ich war wirklich ein Held!


Fortsetzung folgt!

Dienstag, 12. April 2011

Fortsetzung 13

Inzwischen habe ich mit Stiefellecken und so manchen gehässigen Intrigien, aber auch mit fein gesponnen und fast künstlerisch zu nennenden Fäden wie eine Spinne so manchen Widersacher aus dem Weg geräumt und mich zum stellvertretenden Vorsitzenden meiner Partei  hochgarbeitet. Es war die beste Praxis um vorwärts zu kommen. Denn es war nicht immer einfach. Zahlreiche Freunde, oder besser gesagt, Steigbügelhalter, liess ich enteuscht hinter mir. Mich kümmerte das wenig. Mein Nahziel war der Stuhl des Parteivorsitzenden. Und dann sieht man weiter wie ich mich mit Ellenbogen und List den mir zustehenden Thron besteigen konnte. Denn der König mit seiner Pracht und seinen Supermätressen  stach mir ins Auge. Ich wusste, dass ich kein blaues Blut habe, aber ein Machtgieriges. Und es war Zeit die Demokratie auszurufen. Die war leicht zu übernehmen. Denn ich habe das wahre staatsmännische Geschick und die Unverfrorenheit mich mit so allerhand Versprechen in die Szene zu setzen. Natürlich vergesse ich schnell was ich da verzapft habe. Was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern. Ich werde die Fäden ziehen! Schliesslich steht mir dies von Geburt aus zu.

Der Vorstandsvorsitzende war wirklich ein harter Brocken. Wir standen auf gleicher Höhe mit unseren schmutzigen Tricks. Nur, dass er nichts von meinen Gedanken ahnte. Denn ich war ein perfekter Schauspieler und Lump. Und er sah nur nach vorwärts um Kanzler zu werden. Während ich auch einen Rückspiegel habe. Denn der Feind kann auch von hinten kommen. Der wirkliche Machthaber war in einer Monarchie immer der Kanzler und niemals ein selbstverliebter König. Und insgeheim wusste ich schon längst, dass die wahre Macht von den Gold und Geldbesitzern ausgeht. Und die bauten trickreich ein Bankensystem aus das ich schnell durchschaute und das seiner genialen Einfachheit wegen nirgends Verdacht auslöste.  Oh ja, ich lernte viel und ich war kreativ veranlagt. Besonders in Intrigien und Fallen stellen. Das Handwerk eben das ein ehrgeiziger Emporkömmling beherrschen musste. Ich war dieser Partei und ihren Mitgliedern haushoch überlegen. Diese Knaben waren nur noch Mittel zum Zweck.

Ich ging gerne in der freien Natur bei Wind und Regen spazieren. Hier liess ich mir von der frischen Luft meine Gehirnzellen durchpusten. Wald und Wiese haben mir schon so manche Eingebung zugespielt. Besonders wilde Hunde die um einen Knochen raufen faszinierten mich. Ich kam ins Grübeln und dachte nach wie ich meinen Widersacher, den Parteivorsitzenden, aus dem Weg räumen könnte. Dies ist so meine Art von Meditation. Dabei stierte ich, voller düsteren Gedanken vollgesogen, auf den Waldweg den ich gerade entlangwandelte. Da blitzte mir etwas Rotes, weissgeflecktes und Hutartiges in mein auf Hochtouren arbeitendes Gehirngekröse. Ein Fliegenpilz! Irgendwie kam mir die Situation bekannt vor. Wie wenn ich sie schon einmal erlebt hätte. Das hat etwas zu bedeuten, schoss es mir in den Kopf.

Ich hob den giftigen Pilz empor und in Ermangelung eines Behältnisses nahm ich meinen Tabaksbeutel und leerte ihn halb weinend am Boden aus. Denn dieser Tabak hat mir eine reiche Anhängerin gespendet. Ein wirklich edles und sehr teures Kraut. Darin verstaute ich den Pilz und kehrte schnurstracks um und ging eilends nach Hause. Muss ich mich noch weiters erklären? Jaaa, ich werde ihn vergiften. Ich werde meinem Widersacher geben was ihm gebührt. Denn mich kümmert es nicht wenn Leichen meinen Weg nach oben  pflasterten.  Ich war der Grösste!


Fortsetzung folgt!